Wann haben Sie das letzte Mal Kitkat gegessen? Nach diesem Spot werden Sie wahrscheinlich längere Zeit darauf verzichten.
Greenpeace hat eine weltweite Kampagne gegen den Kitkat-Hersteller Nestlé gestartet, um diesen dazu zu bewegen, kein Palmöl aus der Urwaldzerstörung mehr zu verwenden.,
Wie soll ein Unternehmen auf derartige virale Angriffe richtig reagieren? Zunächst ließ Nestlé eine englische Version des Videos aus Youtube wegen einer Urheberrechtsverletzung entfernen. Übersehen dürfte Nestlè dabei den Streisand-Effekt haben, wonach im Internet das Phänomen gilt, daß der Versuch, bestimmte Informationen zu entfernen, genau dazu führen kann, dass diese noch stärker verbreitet werden.
Hier der Aufreger:
Nestlè Deutschland reagierte per Pressemitteilung:
“März 2010 | Nestlé Deutschland AG
Nestlé nimmt Stellung zu Greenpeace-Aussagen:
Nestlé Deutschland unterstützt nachhaltigen Anbau von Palmöl
Nestlé teilt die Sorge um die Bedrohung von Regenwäldern durch die Ausweitung des Palmöl-Anbaus. Nestlé Deutschland verwendet nur in einem geringen Volumen Palmöl und Palmkernöl bzw. daraus hergestellte Zwischenprodukte. Das Gesamtvolumen liegt in einer Größenordnung um 7.000 Tonnen pro Jahr, dies entspricht nur etwa 0,03 Prozent der weltweiten Produktion.
Nestlé trägt aktiv zur Förderung nachhaltiger Anbaumethoden bei. Seit Januar 2010 deckt Nestlé Deutschland den gesamten Bedarf an Palmöl mit so genannten Green Palm Zertifikaten ab. Mit diesen Green Palm Zertifikaten wird der nachhalti-ge Anbau unterstützt. Hierdurch stellt Nestlé Deutschland sicher, dass für seinen Bedarf an Palmöl keine zusätzlichen Regenwaldflächen gerodet werden. Das Green Palm System wurde vom so genannten Round Table for Sustainable Oil („Runder Tisch für nachhaltiges Öl”) entwickelt und wird unter anderem von der Organisation WWF unterstützt.
International hat sich Nestlé verpflichtet, spätestens ab 2015 nur noch zertifiziertes, nachhaltig angebautes Palmöl zu verwenden. Die Umstellung hat bereits mit ersten Zwischenschritten begonnen.
Die Übergangslösung ist notwendig, da der Markt für zertifiziertes Palmöl derzeit noch nicht hinreichend entwickelt ist. Vor allem fehlt es an Kapazitäten für eine getrennte Verarbeitung von Palmöl aus nachhaltigem Anbau. Eine vollständige Rückverfolgbarkeit zu einzelnen Plantagen oder Anbietern ist derzeit nicht möglich. Daher bieten Green Palm Zertifikate für die Übergangszeit die beste Alternative, nachhaltigen Anbau zu unterstützen.
Zudem bestätigt Nestlé, dass außerhalb von Indonesien kein Lieferantenverhältnis für Palmöl mit dem Lieferanten Sinar Mas besteht bzw. bestand. Nestlé in Indonesien hat die Zusammenarbeit mit dem Lieferanten zwischenzeitlich beendet.”
In Zeiten des Web läßt sich Zahnpasta aber nicht mehr in die Tube zurückpressen.
(Unter den Presseinformationen von Nestlè Österreich – http://www.nestle.at/Presse/Presseinformation/2010/default.htm – finden sich derzeit noch keine Informationen…..)
Hier ein weiteres Beispiel für ein Unternehmen, das mit am runden Tisch sitzt und ein weiterer Artikel mit einer Erklärung, wie effektiv und “sauber” dieser runde Tisch ist.
https://www.regenwald.org/news.php?id=1554
http://www.regenwald.org/regenwaldreport.php?artid=268
Geschrieben von Micha | 19. März 2010, 12:51UPDATE:
Eine großartige Darstellung, wie die Facebook Fanpage von Nestlé durch die Kampagne von Greenpeace zum Kriegsschauplatz wurde, finden Sie im Blog von Thomas Hutter:
http://www.thomashutter.com/index.php/2010/03/facebook-wenn-fanpages-kriegsschauplatz-werden/
Geschrieben von R. Präsoll | 21. März 2010, 21:36Seit Kenntnis einer Produktoffensive Nestlés, die vor Jahren tausende asiatische Säuglinge das Leben kostete (ohne Entschuldigung), strikt Produkte dieser Firma meidend darf ich hier in Erinnerung rufen, daß einer der Chefs von Nesté vor einiger Zeit, angesprochen auf rüdeste Geschäftsmethoden, zum besten gab, sein Unternehmen sei kein caritatives.
Wie wahr.
Auf Wunsch den genauen hämischen Wortlaut samt Quelle. Müßte nur suchen. Unter Ekel.
Geschrieben von sintemalen | 24. März 2010, 00:06