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Artikel getaggt mit ‘Außenwerbung’

Tristesse in der Unterhaltungsindustrie

8. Juli 2009 1 Kommentar

Die weltweite Rezession lässt die globale Medien- und Unterhaltungsindustrie erstmals seit Beginn der Internet-Revolution schrumpfen. 2009 werden die weltweiten Branchenerlöse gegenüber 2008 um voraussichtlich 3,9 Prozent auf knapp 1,35 Billionen US-Dollar (952 Milliarden Euro) sinken, wie PricewaterhouseCoopers (PwC) im „Global Entertainment and Media Outlook: 2009-2013″ prognostiziert:

Kernaussagen:

  • Für das Umsatzminus ist vor allem ein massiver Einbruch der Werbeeinnahmen verantwortlich. Diese dürften 2009 um 12,1 Prozent auf rund 421,1 Milliarden US-Dollar zurückgehen und sich in Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung erst ab 2011 wieder allmählich erholen.
  • Die Werbeerlöse steigen in den kommenden Jahren nur allmählich wieder an. Am stärksten betroffen sind Zeitungs- und Zeitschriftenwerbung mit weltweit mehr als 15-prozentigen Erlöseinbußen.
  • Auf Sicht der kommenden fünf Jahre sinkt der Werbeumsatz aller Medien um durchschnittlich 0,5 Prozent auf rund 467,3 Milliarden US-Dollar. Positiv entwickeln sich die Einnahmen aus Online-Werbung, die bis 2013 um jährlich 7,7 Prozent auf 86,7 Milliarden US-Dollar zulegen werden. Außenwerbung, Online-Werbung und Werbung in Videospielen sind die einzigen Werbesegmente, die in den nächsten fünf Jahren wachsen werden.
  • In einem stagnierenden Markt gewinnt die Internet-Werbung stetig an Bedeutung. Auf das stationäre und mobile Internet werden 2013 rund 19 Prozent aller Werbeeinnahmen entfallen – 2008 waren es noch zwölf Prozent, im Jahr 2004 erst vier Prozent.
  • Die Ausgaben der Konsumenten für Fernsehen, Musik, Film, Print- und Onlinemedien und Internet-Zugang entwickeln sich 2009 rückläufig und sinken um 1,2 Prozent auf rund 706,8 Milliarden US-Dollar.
  • In Europa, dem Mittleren Osten und Südafrika (EMEA) erwartet PwC für 2009 einen Umsatzrückgang um 3,7 Prozent. Bis 2013 erwartet PwC für EMEA ein jährliches Umsatzplus von 2,7 Prozent auf dann 595,8 Milliarden US-Dollar.
  • Die Verbreitung digitaler Inhalte über das Internet ist der entscheidende Wachstumstreiber der kommenden Jahre. Allein für den stationären und mobilen Internet-Zugang werden die Konsumenten im Jahr 2013 rund 333,6 Milliarden US-Dollar ausgeben. Dies entspricht etwa 20 Prozent der gesamten Endverbraucherausgaben in der Medien- und Unterhaltungsbranche. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil erst bei 15 Prozent.
  • Dem Musikmarkt wird es auch in den kommenden Jahren nicht gelingen, die Einbrüche auf dem physischen Verkauf mit Tonträgern durch digitale Musik zu kompensieren. Der Anteil physischer Tonträger am Gesamtumsatz wird auf 43 Prozent im Jahr 2013 sinken, demgegenüber wird der Umsatz mit Musik-Downloads zwischen 2009 und 2013 um voraussichtlich 14,2 Prozent pro Jahr zulegen.
  • Auch für die Filmindustrie gewinnt das Internet dank steigender Übertragungsbandbreiten an Bedeutung. Zwar bleibt der Umsatz mit Film-Downloads mit voraussichtlich knapp 390 Millionen US-Dollar im laufenden Jahr noch gering, bis 2013 ist jedoch ein rasanter Anstieg um jährlich 37,7 Prozent zu erwarten.
  • Auf dem Buchmarkt hat die digitale Revolution mit der Ankunft von „Kindle“ und anderen elektronischen Lesegeräten ebenfalls begonnen. Von 2009 bis 2013 dürfte der Umsatz mit digitalen Büchern um durchschnittlich 30,6 Prozent steigen.
  • Ein klares Wachstum der Medienindustrie erwartet PwC erst wieder ab 2011.

70 % der Werber wollen Online-Ausgaben 2009 steigern

25. April 2009 1 Kommentar

„Da Markenhersteller ihre Media-Budgets hinsichtlich des Return On Investment genauer denn je prüfen, kommt das Internet als das effektivste und kostentransparenteste Medium bei ihnen voll zur Geltung“, interpretiert Alison Fennah, Executive Director der European Interactive Advertising Association (EIAA), die Ergebnisse des europaweiten „Internet Ad Barometer 2009″ nahe.

Nach der jüngst veröffentlichten Studie möchten 70% der mehr als 300 befragten europäischen Marketing-Entscheider ihre Online-Ausgaben steigern. Im Schnitt gehen die Werber davon aus, dass die Online-Ausgaben 2009 um 18% (2010: 21%; 2011: 15%) steigen sollen.

Die Zahl derer, die sich Internet im Marketing-Mix nicht mehr wegdenken können, steigt kontinuierlich an: 47% (2008: 38%; 2006: 17%) der Befragten sehen das Internet als „unverzichtbaren Kanal“ für ihr Marketing an.

Die erhöhten Werbespendings sollen in

  • 64% Search
  • 46% E-Mail-Marketing
  • 41% Display-Marketing und
  • 35% Video-Advertising

fließen.

Finanziert wird die Steigerung durch Umschichtungen aus anderen Werbekanälen. Marketingverantwortliche werden vorrangig Budgets abziehen aus:

  • 46% Magazine (2008: 40%)
  • 37% TV (2008: 39%)
  • 32% Zeitungswerbung (2008: 40%)
  • 24% Direktmarketing (2008: 32%)
  • 19% Outdoor (2008: 23%)
  • 12% Radio (2008: 20%)
  • 9% Kino (2008: 13%)

Die Bereiche Bewegtbild und „Mobile Advertising“ sind ebenfalls wichtige Zukunftsfelder, meinen die EIAA-Autoren. Ein Viertel der Befragten, die Online im Mediamix für unverzichtbar halten, gaben an, ihr Budget für mobile Werbung zu steigern35% der Marketing-Verantwortlichen werden verstärkt in Bewegtbilder-Werbung investieren.

„Wir stehen am Anfang eines langen Trends von Print- zu Online-Werbung. Die aktuelle Krise trifft daher die Printmedien doppelt hart und hat eine geringe Auswirkung auf Online-Unternehmen“, erklärt auch Wikipedia-Gründer Jimmy Wales im Interview mit dem Magazin Cicero.

Weitere Infos und Charts zum Thema zeigt marketingcharts.com.