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Artikel getaggt mit ‘Konjunktur’

Journalisten: Zufrieden in der Krise

21. September 2009 Einen Kommentar hinterlassen

Multimedia gehört heute längst zum Handwerk von Journalisten. So betreuen rund 50 Prozent der Journalisten in Europa Blogs oder erstellen Videobeiträge. Das geht aus dem „European Digital Journalism Survey“ des Oriella PR-Netzwerks hervor. Für die Studie, welche die Auswirkungen der Medien-Digitalisierung auf die Arbeitsweise von Journalisten untersucht, wurden zwischen Juni und Juli dieses Jahres 350 Journalisten in Europa befragt.

Zum Arbeitswerkzeug der Saison hat sich, zumindest in Großbritannien, der Microblogging- Dienst Twitter gemausert. Dort betreiben rund 70 Prozent aller Redaktionen einen eigenen Kanal. In Deutschland ist es nur etwa ein Viertel. Mehr Medienkanäle bedeuten aber auch mehr Arbeit: 40 Prozent haben heute mehr zu tun.

Der größte Unterschied zwischen der Studie 2008 und der Befragung heuer liegt laut den Studienautoren in den Auswirkungen der Wirtschaftskrise: Bei 52 Prozent sind die Werbeerlöse um mehr als zehn Prozent zurückgegangen. 15 Prozent beklagen bis zu zehn Prozent Leser- oder Zuseherschwund. Rund ein Drittel der Befragten ist davon überzeugt, dass ihr angestammter Medienkanal (Radio, TV oder Print) in naher Zukunft eingestellt wird; schlimm ist es in Großbritannien – hier rechnen 75 Prozent damit.

Der Onlinekanal wird kaum als Rettungsanker gesehen. Weniger als zehn Prozent der Befragten rechnen damit, dass ihre Publikation allein online überleben wird. Vor allem, da tragfähige Geschäftsmodelle laut der Studie für rund die Hälfte der Journalisten immer noch fehlen. Jedenfalls hat aber das Internet die Rolle von Journalisten verändert:

In what way has the Internet, and the delivery of media content over the web, changed your role?

Trotz der wenig optimistischen Stimmung in der Branche rechnet nur ein Viertel mit einer dauerhaften Verkleinerung der Medienlandschaft. 46 Prozent sehen durch das Aufkommen neuer Medien, z.B. Blogs oder Social Media, neue Chancen. Und: Journalisten sind zufrieden; 84 Prozent geben an, ihren Job gerne zu machen.

Hier können Sie die gesamte Studie downloaden.

„Geld für Erfolg: Der Schrecken der Werber“

14. September 2009 Einen Kommentar hinterlassen

Es gibt da eine Formel, von der viele träumen – Marketingleiter, Kostenrechner und Firmenchefs: Erst wenn es der eigenen Marke gut geht, soll es auch der Agentur gut gehen, die sie bewirbt. Herrlich wäre das! Den Kreativen ginge es nicht mehr darum, Werbepreise zu sammeln wie Jäger ihre Trophäen. Mit einem Schlag säße man mit den verrückten Künstlern in einem Boot und spräche eine Sprache: mehr Umsatz, mehr Absatz, mehr Marktanteil. Eine tolle Idee – oder doch nur ein verführerischer, aber weltfremder Traum?…

…schreibt Karl Gaulhofer in der gestrigen Sonntagsausgabe (13.9.2009) der „Presse“. Und weiter:

„…Mit anderen Worten: Werden die Ziele nicht erreicht, machen die stolzen, hoch dekorierten Ideenfabrikanten keinen Cent Gewinn. Und diese Ziele enthalten, stark gewichtet, genau das, worum es dem Auftraggeber geht – mehr Erfolg am Markt für seine Produkte…“ – Karl Gaulhofer

„…Dafür ist der Erfolgsanteil großzügig kalkuliert: Zehn Prozent zusätzlich zu den Kosten gibt es bei Procter zu lukrieren, bis zu 30 Prozent sind es bei Coca-Cola…“ – Karl Gaulhofer

„…Es ist doch paradox– seit 100 Jahren predigen die großen Agenturen Mut und Innovation, und dabei gibt es kaum eine konservativere Branche als die Werbung. Sie kommen gar nicht auf die Idee, ihre Strukturen weiterzuentwickeln…“ – Peter Kranner, ehemals Publicis, jetzt BenDoroDad

„…Es geht um eine strategische Kehrtwende: Der Werber avanciert zum strategischen Partner, der die volle Verantwortung für Wohl und Wehe einer Marke mitträgt – ob er will oder nicht…“ - Karl Gaulhofer

„…Wenn der Kunde wirklich bereit ist, uns frühzeitig einzubinden, kann das sehr interessant sein… Das ist dann etwas anderes als das übliche Friss-oder-Stirb.“ – Josef Koinig, Jung von Matt

„…Wissen Sie, wie mir das vorkommt? Wie wenn ich im Gasthaus dem Wirt sage, ich zahle ihm die Lebensmittel, und mehr kriegt er nur dann, wenn es mir geschmeckt hat. Die Grundwerte der Wirtschaft müssen doch aufrechterhalten werden. Keine Agentur arbeitet umsonst… Die Marktzahlen liegen ja nicht in der Hand des Werbers. Ist das Produkt schlecht positioniert, der Preis zu hoch, fällt es bei Billa und Spar aus den Regalen oder schlägt die Wirtschaftskrise zu – dann nützt die beste Kampagne nichts…“ – Rudi Kobza, Lowe GKK


Den gesamten Artikel finden Sie im Archiv der Online-Presse. Hier.