Wird der iPad die Zeitungen retten?
Jennifer Brook hat bei der iPad-Präsentation etwas gesagt, das im Hype um Steve Jobs’ neuer „incredible experience“ untergegangen ist. Die „New York Times“-Managerin präsentierte die iPad-Anwendung ihrer Zeitung mit den Worten: „Ich denke, wir haben die Essenz des Zeitunglesens erfasst.“*)
Unzählige Meldungen, Zeitungsartikel, Postings, tweets, etc. haben sich seither damit befaßt, ob Zeitungen die Killerapplikation für den iPad sind. Oder anders gesagt: ob der iPad tatsächlich traditionelle Medien aus der Spirale – sinkende Leserzahlen => sinkende Vertriebserlöse => sinkende Anzeigenerlöse – retten wird können.
zB…
- spliceTODAY: Five Key Reasons Why Newspapers Are Failing
- guardian.co.uk: Can the Apple iPad save newspapers?
- eMarketer: Apple’s Tablet and the Future of Portable Media
- paidContent.org: IAB’s Rothenberg: iPad Is A Threat To Online Ads
- kress.de Apples iPad: Warum er die Erwartungen der Verlage enttäuschen könnte
- spiegel.de Wie Tablets das Zeitungslesen revolutionieren können
- Newspapers a Killer App for iPad
- The Future Of Journalism – Will The iPad Revolutionize The Way We Read Newspapers?
- Is the iPad a Kindle-Killer?
- iPad – reinventor of the magazine?
Eine These jagt die nächste, aber Fragen über Fragen bleiben offen:
Werden traditionelle Medien aber tatsächlich neue, auf den iPad zugeschnittene Produkte launchen, oder eher bloß bestehende Produkte, wie zB ihre Online-Ausgaben (mehr oder weniger modifiziert) auf einen zusätzlichen „Kanal iPad“ übertragen?
Wie werden traditionelle Medien mit den Möglichkeiten, aber auch der Anforderung, Inhalte „wirklich“ multimedial aufzubereiten zu müssen (Stichwort Konvergenz), umgehen?
Und werden allfällige Erlösmodelle tatsächlich Geld auch bei den Medien selbst abwerfen, oder wird der überwiegende Teil bei Apple die Kassen klingeln lassen (siehe Musikindustrie/iTunes)?
Die Antworten werden spannend.
*) PS:
An dieser Aussage finde ich persönlich zwei Aspekte besonders bemerkenswert:
Erstens, daß eine Zeitung, die 1851 gegründet wurde, erst jetzt – also 159 Jahre später – die „Essenz des Zeitungslesens erfasst.“ (Wiewohl sich diese im Zeitablauf ändert.)
Zweitens aber, daß wieder einmal die NYT keine Zeit versäumt, während in Europa die Reaktionen von Verlagen teilweise noch recht verhalten sind.
