Zeitungsverlage auf der Suche nach neuen Geschäftsmodellen

Schrumpfende Auflagezahlen und sinkende Werbeerlöse versetzen Zeitungsverlage weltweit seit Jahren in Alarmbereitschaft. Gleichzeitig überflutet eine Vielzahl neuer Endgeräte den Markt und bietet bisher nicht bekannte Möglichkeiten zur Wiedergabe digitaler Inhalte. Noch erwirtschaften Zeitungsverlage zwar am meisten mit Print – und das wird auch erstmal so bleiben. In Zukunft müssen sie aber ihre Geschäftsmodelle an die geänderten Bedürfnisse des Marktes anpassen. Denn die Leserschaft wandert immer mehr ins Internet – und mit ihnen die Werbebudgets.

Beschleunigt wird der strukturelle Wandel der Zeitungsbranche durch den globalen Abschwung. Und ein Ende der Krise ist nicht in Sicht. Die Verlage reagieren: Redaktionen werden zusammengelegt, Arbeitsplätze abgebaut, Verträge mit Inhaltelieferanten gekündigt oder gedruckte Zeitungen zugunsten digitaler Ausgaben eingestellt.

Fest steht, dass Zeitungen auch in Zukunft fortbestehen werden.

Schließlich legen Konsumenten auch künftig Wert auf fundierte Recherche und journalistisch aufbereitete Inhalte und sind bereit, für qualifizierte Fachinformationen zu zahlen. Und für sie ist die Marke ihrer Zeitung entscheidend, weniger wie diese verbreitet wird. Unwahrscheinlich ist aber, dass Zeitungen ihr derzeitiges Format und die Auflagenstärke beibehalten werden. Bereits jetzt informieren sich viele, vor allem junge Leser, überwiegend über das Internet und mobile Endgeräte werden immer beliebter.

Nutzung verschiedener Plattformen und neuer Technologien für Verbreitung entscheidend

Daher werden nur jene Zeitungsverlage gestärkt aus dem strukturellen Wandel hervorgehen, die sich den Anforderungen des Marktes stellen und ihre Geschäftsmodelle entsprechend anpassen. Dabei kommt es darauf an, verschiedene Plattformen und neue Technologien für die Verbreitung der Inhalte zu nutzen, um zusätzliche Nutzer und auch die junge Leserschaft an sich zu binden. Denkbar sind Videoformate und aufbereitete Inhalte für mobile Endgeräte. Noch sind mobile Formate aufgrund der schwierigen Lesbarkeit auf kleinen Bildschirmen aber unterentwickelt. Zudem müssen Verlage kreative Werbepakete entwickeln und Print- mit Online-Angeboten miteinander verbinden, um im Anzeigenmarkt attraktiv zu bleiben.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Moving into multiple business models: Outlook for Newspaper Publishing in the Digital Age“, die PricewaterhouseCoopers (PwC) in Zusammenarbeit mit dem internationalen Zeitungsverband, World Association of Newspapers (WAN), durchgeführt hat.

Die Studie untersucht die veränderte Mediennutzung im digitalen Zeitalter und die Reaktion der Zeitungsverlage, der werbungtreibenden Unternehmen und der Werbeagenturen. Für die Studie wurden mehr als 4.900 Leserinnen und Leser in sieben Ländern, darunter auch Deutschland, befragt und mit Experteninterviews führender Zeitungsverlage, Werbungtreibenden und Agenturen ergänzt. Abgerundet wird die Studie durch umfassende Recherche und Expertise des Marktes.

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