Gratwanderungen

„Worüber kaum einer reden mag: die Nebenjobs von Moderatoren. Jeder, der wie ich hier vor der Kamera steht, bekommt Angebote, Fachtagungen, Preisverleihungen oder Firmenveranstaltungen zu moderieren. Und als freier Journalist darf man das natürlich auch. Praktisch kann es aber Probleme geben. Denn, kann man einen Bankdirektor tatsächlich noch kritisch interviewen, wenn man vorher für die gleiche Bank für viel Geld eine Podiumsdiskussion moderiert hat? Und kann man heute unabhängig über ein Unternehmen berichten, für das man noch gestern Werbung gemacht hat?“

So die Einleitung eines Berichts des NDR-Medienmagazins Zapp über den schmalen Grat zwischen der Verlockung, viel Geld zu verdienen, und der Pflicht, unabhängiger Journalist zu bleiben.

Der Beitrag hat – erwartungsgemäß – für Aufregung gesorgt. Nicht bloß im Zapp Blog wurden die beiden Berichte heftig diskutiert, nach anderen Medien in Deutschland und der Schweiz (Auszug unten),  hat die Frage heute auch Österreich und den ORF erreicht.

Meine Frage:

Warum blieb diese Diskussion bis dato auf die Einkünfte von Moderatoren öffentlich-rechtlicher Fernsehsender beschränkt? Natürlich – angesichts der Gebührenfinanzierung der öffentlich-rechtlichen dort besonders wichtig bzw. dramatisch. Jedoch gilt aus meiner Sicht die Diskussion für Nebentätigkeiten sämtlicher Journalisten, deren Medien Glaubwürdigkeit zu ihren Kernwerten zählen.
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