Klimaschutz muss in den Städten beginnen

Denn die Großstädte verschlingen 75 Prozent der eingesetzten Energie und stoßen 80 Prozent der weltweit emittierten Treibhausgase aus. Damit tragen sie mit am stärksten zum weltweiten Klimawandel bei. Diese Konzentration hat aber auch einen Vorteil: Klimaschutzmaßnahmen entfalten hier ihre größte Wirkung. Die Metropolen der Welt können Lösungen zum klimafreundlichen Leben und Wirtschaften entwickeln, die als Vorbild für andere Regionen dienen.

Im Auftrag von Siemens untersuchte das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie in der Studie „Sustainable Urban Infrastructure: München – Wege in eine CO2-freie Zukunft“ wie bis 2058 der CO2-Ausstoß drastisch gesenkt werden kann – ohne dass die Einwohner Einschränkungen in ihrer Lebensqualität hinnehmen müssen. Am Beispiel eines Musterstadtteils zeigt die Analyse, wie die Wandlung der Stadt in eine fast CO2-freie Metropole infrastrukturell und technologisch gelingen kann. Hebel zur CO2-Reduktion sind hocheffiziente Energieanwendungen, Infrastrukturanpassungen bei Wärme, Strom und Verkehr sowie ein weitestgehender Umstieg auf erneuerbare und CO2-arme Energien.

Die Kernergebnisse im Überblick

  • Die EU-Umweltminister streben an, die globalen jährlichen Treibhausgasemissionen bis 2050 um 50 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Dieses Ziel kann eine Großstadt wie München nicht nur erreichen, sondern sogar deutlich übertreffen.
  • Grundlegende Einschränkungen des Lebensstandards sind nicht notwendig. Jedoch ist ein umfassender Paradigmenwechsel bezüglich Gebäudekonstruktion, Wärmeversorgung, Stromnetz und -erzeugung sowie Verkehr erforderlich.
  • Die größten Hebel zur Minderung der Emissionen liegen in der optimierten Wärmedämmung der Gebäude, der regenerativen und CO2-arme Energieerzeugung sowie dem effizienten Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung, sparsamen Elektrogeräten und Beleuchtungssystemen. Im Bereich Verkehr liegt das größte Einsparpotenzial in der Verringerung des Individualverkehrs durch die verstärkte Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und Elektrofahrzeugen für den innerstädtischen Verkehr.
  • Die Einsparungen im Wärmebereich stellen die Energieversorger vor neue Herausforderungen: Durch die optimierte Dämmung der Häuser sinkt der Wärmebedarf enorm, so dass Fernwärmenetze nur noch schwer wirtschaftlich betrieben werden können. Neue Konzepte wie Niedertemperaturnetze müssen konsequent weiterentwickelt werden.
  • Viele Investitionen in Effizienzmaßnahmen rechnen sich auch wirtschaftlich. So müssten zwar bis zur Mitte des Jahrhunderts in München 13 Milliarden Euro mehr aufgebracht werden als nach der derzeit gültigen Energiesparverordnung 2007. Diesen Mehrinvestitionen würden aber im Jahr 2058 Energieeinsparungen zwischen 1,6 und 2,6 Milliarden Euro gegenüberstehen. Pro Kopf wären das zwischen 1.200 und 2.000 Euro.

Die Studie steht unter http://www.wupperinst.org/uploads/tx_wiprojekt/CO2-freies-Muenchen.pdf zum Download bereit und kann dort auch bestellt werden.

Weitere Überlegungen und Beispiele zum diesem Thema gibt es auch bei der ZEIT.

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