Strom beim Stadtbummel?

Wer in Toulouse die Straße des „Lieutenant-Colonel Pelissier“ entlangbummelt, der versorgt die Flaniermeile unweit vom Rathausplatz am „Capitol“ en passant mit Elektrizität.

Handbreit hohe Platten in einem Durchgang der Fußgängerzone produzieren beim Begehen genug Strom, um eine Straßenlaterne und einen LED-Strahler mit Energie zu versorgen. „Eine einzige Person kann die acht Meter lange Versuchsstrecke mit rund 50 Watt Leistung für die öffentliche Beleuchtung aktivieren“, erläutert Vizebürgermeister Alexandre Marciel, der das Ökoprojekt der Stadtverwaltung als „weltweite Premiere“ preist.

Die Technik für das Experiment stammt aus den Niederlanden: Ein Rotterdamer Unternehmen hat die etwa einen Quadratmeter großen Platten mit darin eingelassenen Mikrosensoren entwickelt. Diese wandeln die mechanische Energie in Elektrizität um und speichern sie in Batterien, mit deren Hilfe sich die Straße auch in den Abendstunden erleuchten lässt, wenn weniger Passanten unterwegs sind. Zunächst hat die Stadt Toulouse 15 000 Euro in die Teststrecke des „intelligenten Trottoirs“ investiert. Wenn sie sich während der zweiwöchigen Erprobung bewährt, könnte die laufende Stromerzeugung in der südfranzösischen Stadt ausgeweitet werden. Denn für die Fußgänger bleibt die Energiegewinnung ohne jegliche Anstrengung. „Man braucht nicht wie ein Känguru auf und ab zu hüpfen“, sagt Vizebürgermeister Marciel. „Normales Spazieren genügt.“

Quelle: DER SPIEGEL 16/2010
 

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