Die Natur räumt auf. Aber es dauert.

Forscher berichteten vor kurzem im US-Wissenschaftsmagazin „Science“ von einer 35 Kilometer großen Ölwolke, die als direkte Folge der Havarie der Ölbohrplattform Deepwater Horizon in einer Tiefe von rund 1100 Metern dahinwabern würde.

Mittlerweile aber, so erklären Forscher wie Terry Hazen vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien, lasse sich das Öl unter Wasser quasi nicht mehr nachweisen.

Bei der Auswertung von 200 Proben an 17 verschiedenen Stellen machten die Forscher höchst erfreuliche Entdeckungen: Sie fanden verschiedene Arten von ölzersetzenden Mikroorganismen (sogenannte Gamma-Proteobakterien) sowie jene Fettsäuren und Gene, die auf einen Abbauprozess durch die Mikroben hinweisen.

Unter den gefundenen Mikroben war aber auch eine bisher unbekannte Art, die sich in einem entscheidenden Punkt von den bisher bekannten Spezies unterscheiden: Sie verbrauchen – anders als bekannte ölabbauende Mikroorganismen – weniger Sauerstoff.

Proteobakterien könnten Kohlenwasserstoffe schneller als angenommen abbauen - Foto: Science/AAAS
Proteobakterien könnten Kohlenwasserstoffe schneller als angenommen abbauen – Foto: Science/AAAS

In Deutschland beschäftigt sich Antje Boetius schon seit längerem mit dieser Thematik: Die Bremer Mikrobiologin untersucht Bakterien, die aus dem Meer stammen und von Erdöl leben, das an vielen Stellen auf natürliche Weise aus dem Meeresboden austritt. Die Forscherin will herausfinden, wie die Bakterien das Öl abbauen und ob sich ihr Appetit noch steigern lässt. Ihre Hoffnung: Vielleicht können sie auch andere Gewässer reinigen, die der Mensch mit Öl verseucht hat.

Die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen in Amerika könnten bedeuten, dass die optimistische Einschätzung der US-Wetter- und Ozeanbehörde NOAA möglicherweise doch richtig war. Die NOAA war Anfang August zu dem Ergebnis gekommen, dass rund drei Viertel des ausgetretenen Öls bereits verschwunden seien. Andere Experten hatten die Entwarnung als vorschnell bezeichnet – unter anderem mit dem Hinweis auf die 35 Kilometer lange Ölfahne, die allerdings bereits im Juni analysiert wurde. Die jetzt gefundenen Bakterien könnten eine Antwort auf die Frage liefern, wie das Öl so schnell verschwinden konnte.

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