Erneuerbare Energien in Europa – Statusreport

Der jährlich erscheinende EurObserv’ER-Bericht „The State of Renewable Energies in Europe“ wurde soeben (in Englisch und Französisch) mit Daten zu 2010 veröffentlicht! Er beinhaltet nicht nur Hintergrundinformationen über die Umsetzung Erneuerbarer Energien und den Anteil dieser Energieträger, sondern darüber hinaus auch Schätzungen für die Beschäftigungszahlen und den Umsatz im Bereich erneuerbarer Energie in den EU-Mitgliedstaaten.

EU27

Im Jahr 2010 betrug der Anteil erneuerbarer Energien in der EU27 12,4% des Gesamtbruttoenergieverbrauchs im Vergleich zu 11,5% im Jahr 2009. Dies entspricht einem Anstieg von 0,9 Prozentpunkten.

Der gestiegene Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch im Zeitraum 2009 bis 2010 ist auf einen höheren durch erneuerbare Energien gedeckten Verbrauch zurückzuführen: 145 Mtoe (131,6 Mtoe in 2009) stehen einem Bruttoendenergieverbrauch von 1.170,7 Mtoe gegenüber (1.146,3 Mtoe in 2009). Damit stieg der Bruttoendenergieverbrauch aus erneuerbaren Energieträgern im Zeitraum 2009 bis 2010 um 10,2% (+13,4 Mtoe), der Bruttoendenergieverbrauch erhöhte sich dagegen um 2,1% (+24,4 Mtoe).

Zum Ausbau erneuerbarer Energien trägt zum Einen Heizen mit fester Biomasse bei, zum Anderen stieg die Stromerzeugung durch Wasserkraft, Biomasse, Windkraft und Photovoltaik.

EurObserv’ER hat berechnet, dass die Europäische Union ihrem Energiezeitplan voraus ist (145 Mtoe gegenüber den von den Mitgliedsstaaten für 2010 erwarteten 136,8 Mtoe). Die Mitgliedstaaten der EU müssten weitere einhundert Mtoe an Endenergie aus erneuerbaren Energieträgern produzieren, um das Ziel von 20 % erneuerbarer Energien am Bruttoenergieverbrauch im Jahr 2020 in der EU-27 (Richtlinie 2009/28/EG) zu erreichen. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 10 Mtoe Endenergie aus erneuerbaren Energieträgern.

Österreich

Für Österreich weist der Bericht einen Anteil von 30,7% der angepeilten 34% aus; womit das Land nach Schweden, Lettland und Finnland an vierter Stelle im europäischen Ranking liegt:

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Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtbruttoenergieverbrauch
Quelle: „The State of Renewable Energies in Europe“ – Seiten 106, 107

Interessant sind auch die sieben detailliert dargestellten regionalen Case Studies: Österreich ist mit dem Beispiel „Solarthermie in Oberösterreich“ ab Seite 210 vertreten.

Beschäftigung

Die erneuerbaren Energiesektoren beschäftigten in allen 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union über 1.144.000 Menschen. Das entspricht einem Wachstum von 25% im Vergleich zu 2009 (912.220).

Der größte Arbeitgeber war feste Biomasse mit über 273.000 Arbeitsstellen, gefolgt von Solar- und Windenergie mit 268.110 beziehungsweise 253.145 geschätzten Stellen für 2010. Das Geschäft boomte 2010 im Bereich Photovoltaik, was zu einem Anstieg der Beschäftigungszahlen um 50% führte, in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Italien stiegen die Zahlen um 70% und mehr.

Umsatz

Die wirtschaftliche Aktivität der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union im Bereich Erneuerbarer Energien wird auf über 127 Milliarden Euro geschätzt – eine Verbesserung um 15% gegenüber 120 Milliarden Euro im Jahr 2009. Die hervorragende Leistung der Photovoltaik – mit einem Umsatz von 45.564 Millionen Euro auf dem europäischen Markt – ließ sie Windkraft als Spitzenverdiener ablösen. Auf Platz drei: feste Biomasse.

Der gesamte Bericht kann hier kostenlos heruntergeladen werden:

„The State of Renewable Energies in Europe“ – English/Français – 248 Seiten – PDF – 12,7 MB

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