Das Blatt wendet sich

Auszug aus dem „Wutausbruch“ von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur von „DIE ZEIT“ angesichts der aktuellen (?) Krise vieler Verlagshäuser:

„Es gibt keine Branche in Deutschland, die sich so lustvoll und unheilvoll selbst beschädigt hat, wie es viele Verleger, Geschäftsführer und Journalisten der Printmedien getan haben. Sie begleiteten die Einführung ihrer Onlineangebote so manisch, als hätten sie permanent gekokst. Zu dieser Zeit hatten sie überwiegend Blätter, die reinste Gelddruckmaschinen waren;…

…Spätestens jetzt ist es an der Zeit, dass sich alle Beteiligten ehrlich machen. Der Gegensatz von Print und Online ist weitgehend aufgehoben, was und wie man liest, ist weitgehend eine Geschmacks- und Gewohnheitsfrage…

…Allerdings ist das gedruckte Medium überhaupt nicht am Ende, es muss sich nur immer wieder öffnen für jene, die es erreichen will…“

Oder anders gesagt:

„Wir sind keine Holzhändler,
es geht um den Inhalt,
nicht um die Form“

DIE ZEIT, 22.11.2012 Nr. 48
http://www.zeit.de/2012/48/01-Medien-Zeitung-Selbstdemontage

UPDATE 27. 11. 2012:

…und die Beteiligten „machen sich“ jetzt „ehrlich“: Im deutschen Bundestag startet die Beratung um das von den Printverlegern geforderte Leistungsschutzrecht . Dieses soll Verlagen gegenüber Suchmaschinen und anderen Diensten das Recht geben, Suchergebnisse für Presseartikel zu verbieten oder von einer Zahlung abhängig zu machen. ABER: Ob derartige „Maßnahmen“ (alleine) eine Lösung bringen?!

Google Deutschland antwortet mit der Kampagne „Verteidige Dein Netz“:

Auch in Österreich gibt es Forderungen nach einer Novellierung des Urheberrechts – jedenfalls wird die deutsche Entwicklung hierzulande genau verfolgt und auch Auswirkungen haben.

„Google kann nicht der Grund sein, warum Printmedien in Schwierigkeiten sind“, sagt Wolfgang Fasching-Kapfenberger, Sprecher von Google Österreich, zum derstandard.at. 45 Prozent der Werbung in Österreich gingen an Print-, aber gerade vier Prozent an Onlinemedien. Er verweist auf ein bisher „symbiotisches“ Verhältnis: Die Verleger stellten ihre Inhalte „freiwillig und öffentlich“ ins Netz. Google bringe ihnen Zugriffe. Weltweit vier Milliarden Klicks pro Monat.

Ein besonderer Lesetipp dazu: Wie immer die Postings zum Artikel auf derstandard.at.

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