Drei Jahre nach Fukushima

Satellitenfoto der Reaktorblöcke 1 bis 4 (von rechts nach links) am 16. März 2011 nach mehreren Explosionen und Bränden – © Digital Globe/Wikimedia
Heute jährt sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima zum dritten Mal. Die Situation vor Ort ist noch immer nicht unter Kontrolle. Zwar kam es seither in manchen Staaten zu einer schlagartigen Reaktion, Deutschland zB beschloss, bis 2022 gänzlich aus der Atomenergie auszusteigen. Aber zu einem globalen Umdenken hat der schlimmste atomare Zwischenfall seit Tschernobyl im Großen und Ganzen dennoch nicht geführt.

Noch immer werden neue Atomkraftwerke geplant und die Laufzeit bestehender, betagter Atomkraftwerke verlängert. Derzeit sind laut World Nuclear Association

  • 434 Atomreaktoren betriebsfähig,
  • weitere 70 Reaktoren befinden sich im Bau,
  • 173 Reaktoren sind in Planung oder wurden geordert. Besonders kritisch: Die Laufzeit von
  • 310 alten Reaktoren wurde verlängert.

Vor allem China und Russland arbeiten intensiv daran, ihre Kernenergiekapazität auszubauen:

Die Top 10 Atom-Länder – © statista

Mit Frankreich und Großbritannien befinden sich zwei der 10 Top Atom-Länder in Europa. Und auch sonst strahlt es auf unserem Kontinent flott weiter:

Atomausstieg ist möglich

Eine aktuelle Studie der Energy Economics Group der TU Wien und der Stiftung Umweltenergierecht bringt seit letzter Woche neue Argumente gegen Kernenergie und ihre Förderung. Damit die Vision eines atomkraftfreien Europas Wirklichkeit werden kann, müssen unter anderem einige (politische) Voraussetzungen geschaffen werden:

  • Verbindliche Ziele für die Steigerung der Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energie bis 2030 auf EU- und nationaler Ebene
  • Abgestimmte Best-Practice-Fördermodelle für erneuerbare Energie, die das Investitionsrisiko gering halten, aber die Marktintegration gewährleisten
  • Neue Marktregeln (auch für den Netzbetrieb!), damit dem Energiesystem hinreichend „Back-Up“ Kapazitäten zur Verfügung stehen
  • Abbau von nichtökonomischen Barrieren zum Ausbau erneuerbarer Energie (zB lange Genehmigungswege oder die Verhinderung von Netzzugängen)
  • Ein etablierter CO2 Preis, um die Kohleverstromung durch neue, CO2-ärmere Erzeugungstechnologien zu ersetzen
  • Eine klare Koordination von Klima-, Erneuerbaren- und Energieeffizienzzielen.
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