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Das Gedankenchaos sortieren: Mindmapping mit XMIND

Bild: nidan/Pixabay

Mindmapping ist schon lange Zeit ein fixer Bestandteil meiner Werkzeugkiste. Als Software dafür hat sich XMIND sehr bewährt.
Mindmap | © Markus Bärlocher auf de.wikipedia
Mindmap | © Markus Bärlocher auf de.wikipedia – Anklicken zum Vergrößern

Beim Mindmapping notieren Sie Ihre Gedanken nicht wie fest seit unserer Schulzeit verankert von der linken oberen Ecke ausgehend; linear hinter- oder untereinander.

Stattdessen starten sie mit dem Hauptthema Ihrer Notizen als Titel oder Bild in der Mitte des Blattes und ergänzen Ihre Gedanken dann auf Linien, die von diesem Zentrum ausgehen.

Von diesen Schlüsselwörtern zweigen – wie vom Stamm eines Baumes – weitere thematisch passende Verästelungen ab, die den Startbegriff immer weiter vertiefen.

Im Geschäftsleben, für private Notizen oder als Lernhilfe

Ich habe diese Methode schon während meiner Studienzeit zur übersichtlichen Aufbereitung von Lernstoff genutzt. Jahre später 😉 verwende ich sie noch immer gerne. Und zwar sowohl privat als auch im Rahmen der Unternehmensberatung für

  • Notizen, Todo-Listen und Ideensammlungen (zB während Sitzungen, Konferenzen, für key-takeaways aus Büchern,…);
  • zur Vorbereitung und dann gedruckt oder projiziert zur Moderation von Workshops und anderen Terminen;
  • ergänzt um die Ergebnisse als Protokoll;
  • via Beamer für Brainstormings und sogar für die
  • Planungen von kleineren Projekten (Entwicklung der Ziele, grobe Zeitplanung, Task-Listen, offene Fragen, Übersicht über Vorarbeiten,…).
Die Methode unterstützt Kreativität und Produktivität

Für mich „passt sie“ vor allem deshalb, weil ich ein „visueller Typ“ bin und in den Gedankenlandkarten das „Big Picture“ eines Themas auf den ersten Blick sehe. Die tieferliegenden Ebenen enthalten auch die dazugehörenden Details für den genaueren zweiten Blick. Dabei treten die besser entwickelten Ideenstränge naturgemäß stärker hervor und die eher kahlen Stellen lassen Lücken bzw. Handlungsbedarf gut erkennen.

Mindmapping hilft mir dabei, frei zu assoziieren und Ideen erst einmal rasch, das heißt ohne Bewertung und konkrete Einordung, festzuhalten. Sortiert wird dann immer wieder zwischendurch (was meist neue Verzweigungen und andere Ergänzungen auslöst) oder am Ende.

Die Flexibilität von digitalen Mindmaps ermöglicht das einfache Sammeln von Inhalten, die per Drag & Drop jederzeit (um)sortiert und priorisiert werden können. Auch, dass ich die Ergebnisse ohne weitere Schritte – sauber formatiert – sofort weitergeben kann, habe ich sehr zu schätzen gelernt.

Da Mindmapping einfach und blitzschnell zu lernen ist erlebe ich in Projekten häufig, dass Workshopteilnehmer sehr an der Methode interessiert sind, diese ausprobieren und für ihre eigene Arbeit übernehmen.

An die Grenzen von Mindmaps stößt man dann, wenn es sich nicht um hierarchisch ordenbare Inhalte und Zusammenhänge geht. Dabei gibt es möglicherweise mehrere zentrale oder gleichrangige Begriffe und/oder es wirken alle Elemente wechselseitig aufeinander. Für die Darstellung solcher netzartiger Abhängigkeiten und die Auflösung besonders komplexer Verknüpfungen bieten sich „Concept Maps“ besser an als Mindmaps.

Tony Buzan

Als Erfinder von Mindmapping gilt Tony Buzan, der in diesem Video die Methode und ihre Vorteile gut erklärt hat:

Notizblock, Pinnwand oder digital?

Mit Mindmapping kann man schon auf einem Blatt Papier (am besten im Querformat) mit einigen Farbstiften starten. Besser geht es auf einer größeren Leinwand: zB am Flipchart oder auf Pinnwänden. Damit das Sortieren möglich bleibt, kann man die einzelnen Gedanken auf Post-its® anstatt direkt auf das Papier notieren. Und natürlich gibt es auch ein breites Angebot entsprechender Software.

Neben einer Vielzahl kommerzieller (zB Mindjet Mindmanager, den ich lange Zeit genutzt habe oder Mindmeister) und nicht-kommerzieller Programme (zB Freemind) werden auch interessante Freemium-Produkte angeboten. Die Basisfunktionen dieser Programme sind gratis und nur für einen erweiterten Funktionsumfang ist eine Gebühr fällig. Ich nutze eines dieser Tools, und zwar XMIND in der Basisversion.

XMIND

Bei der Erstellung von Mindmaps überzeugt mich XMIND durch die

  • einfache und intuitive Handhabung, die
  • aufgeräumte Oberfläche,
  • ausgezeichnete Notizwerkzeuge und den
  • fehlerfreien Export in andere Mindmapping-Formate, was den Austausch mit Projektmitarbeitern, die andere Tools verwenden, sehr erleichtert.

Die Möglichkeit, Mindmaps über die Cloud anderen zur Verfügung zu stellen und einfach von überall darauf zugreifen zu können, nutze ich selten; sie klappt aber tadellos.

Die Freeware hat auch hier einige Einschränkungen gegenüber dem kostenpflichtigen Vollprodukt, aber diese fallen bei meinen Anforderungen nicht ins Gewicht: Für Gantt-Diagramme nutze ich ohnehin Projektmanagement-Software und den erst ab der PLUS-Version (aktuell € 69) verfügbaren PDF-Export kann man mit einem installierten PDF-Drucker (zB von Adobe oder gratis von Foxit PDF) einfach ersetzen. Auch die Export-Funktion in Richtung Microsoft (Word, Excel, Powerpoint) ist erst ab der ersten Kaufstufe freigeschaltet. Bisher war mir das den Aufpreis nicht wert und die Features der PRO-Version (momentan € 89) haben mir bis dato auch nicht gefehlt.

Etwas störend ist, dass in den Menüs der Gratisversion auch die nur in den kostenpflichtigen Versionen verfügbaren Funktionen aufgelistet sind und diese beim Aufklappen dadurch unnötig lang werden. Andererseits gewinnt man so einen vollständigen Überblick darüber, was das Programm in der Vollversion bietet. Außerdem muss man fairerweise zugeben, dass erst durch zahlungsbereite Nutzer der Kaufoptionen die Weiterentwicklung und kostenlose Nutzung der Basisversion finanziert wird. Nervige Werbung durch Pop-ups, Spam-Mails oder ähnliches gibt es dafür überhaupt nicht.

Ausprobieren? XMIND downloaden.

Vielleicht konnte ich Sie überzeugen, Mindmapping mit XMIND auszuprobieren. Das Anwendungsspektrum ist riesig, die intuitive Bedienung ermöglicht einen einfachen Einstieg und die unmittelbaren Ergebnisse liefern raschen Nutzen.

Sie finden das Programm auf der Website www.xmind.net/download in Versionen für Windows, Mac und Linux. Die iOS-Version (interessant mit der Synchronisationsmöglichkeit via Cloud) steht noch im Beta-Stadium. Bis zur Version 7.5 gab es auch eine portable Version, die hier noch abrufbar ist. Wie Sie Mindmaps einsetzen können und wie Sie die Features von XMIND ausnutzen können, erläutert der XMIND-Blog.

Was halten Sie von Mindmapping und XMIND?

Welchen Mindmanager nutzen Sie?

Wichtige Links

Methode:

Software:

  • Mindmappingsoftwareblog: Vor- und Nachteile vieler der für Mindmapping verfügbaren Programme
  • XMIND, das aktuell von mir genutzte Programm
  • MindManager, der Marktführer
  • Mindmeister, eine günstige Variante, die sehr stark die Online-Zusammenarbeit unterstützt
  • FreeMind, die kostenlose Open-Source-Variante